| Veranstaltung: | Bundesversammlung 2026 |
|---|---|
| Status: | Beschluss |
| Beschlossen am: | 05.07.2026 |
| Antragshistorie: | Version 2 |
Nutzung von KI auf Bundesebene
Antragssteller*innen
Bundesleitung
Wortlaut des Antrages
Künstliche Intelligenz (KI) kann die Arbeit in den verschiedensten Bereichen
vereinfachen, gleichzeitig birgt KI auch eine potenzielle Gefahr für
Nutzer*innen. Der Einsatz von KI verbraucht bei der Nutzung eine große Menge an
Energie und Wasser, wodurch ökologische Risiken und Umweltbelastungen in Kauf
genommen werden. Problematisch sind zudem die oft intransparenten Algorithmen,
die bestehende Vorurteile, Stereotypen und Klischees reproduzieren und damit
Diskriminierung verstärken können. Deepfakes und weitere diskriminierende und
manipulierende Inhalte stehen in einem klaren Widerspruch zu unseren
pfadfinderischen Werten. Kritisch betrachten wir zudem die Datenverarbeitung,
bei der KI-generierte Informationen oft unkontrolliert in das Netz fließen.
Dabei haben solche Inhalte oftmals keine KI-Labels, wodurch die Herkunft und die
Glaubwürdigkeit nicht immer nachvollziehbar sind.
Besonders bei der Bild- und Tongenerierung sehen wir eine Gefahr: KI-Modelle
basieren auf Werken von Künstler*innen, die ohne deren Zustimmung entnommen
werden. Dies schadet den Menschen, die in solch einer Branche arbeiten, bei
denen es um die Erstellung kreativer Arbeiten geht. KI ist kein kreatives Bild-
und Tonerstellungstool, was Neues schafft, sondern eine Wieder- und
Neuverwendung von schon dagewesenem, was oft mit Diebstahl geistigem Eigentums
in Zusammenhangt steht.
Wir wollen unseren Umgang mit KI nach dem Prinzip „AI-Assisted” ausrichten. Das
bedeutet, dass KI zur Unterstützung und zum Assistieren genutzt werden kann,
aber nicht zum alleinigen Generieren von Inhalten. Menschliches Denken,
Entscheiden und Gestalten soll nicht ersetzt werden.
- die Erstellung von Gruppenstundenmethoden und das Erfragen von Impulsen,
Strukturen und ersten Ideen
- die Unterstützung zum zeitoptimierten Arbeiten bei besonders stupiden
Arbeiten oder welchen, die sonst viel Zeit beanspruchen würden.
Als PSG sprechen wir uns jedoch dagegen aus, für die eigenständige Erstellung
von Schreibstücken oder Generierung von Bildern und Grafiken auf Bundesebene
künstliche Intelligenz zu nutzen. Kreative und inhaltliche Entscheidungen sollen
weiterhin von Menschen getroffen und verantwortet werden. Zudem ist es verboten,
sensible oder personenbezogene Daten unserer Mitglieder an die KI weiterzugeben.
Das schließt Bild und Videomaterial ein. Zuletzt wollen wir transparent machen,
wenn offizielle Stücke mit Unterstützung von KI erstellt worden sind.
Aufgrund der oben beschriebenen Gefahren wie Datenschutz, Urheberrecht,
Umweltbelastung und Desinformation soll bewusst mit KI-Tools umgegangen werden.
Begründung
In der Bundesleitung haben wir uns mit dem Thema künstliche Intelligenz auseinandergesetzt. Sie begegnet uns mittlerweile in vielen Lebensbereichen und auch in der Verbandsarbeit. So kamen wir bereits im Rahmen der Texterstellung und Bildgenerierung für die Olave schon in Kontakt mit KI. Dies regte eine Diskussion über die Chancen, Risiken und auch Herausforderungen, die KI-Tools bieten, an. Unser Anliegen ist es, dass der Umgang mit KI in der Verbandsarbeit verantwortungsvoll gehandhabt wird. Somit wollen wir dazu einen Beschluss fassen, der aber nicht nur Bundesleitungsintern behandelt, sondern auch in den Verband getragen wird. Der Beschluss soll Orientierung geben und Transparenz schaffen.