| Veranstaltung: | Ringversammlung 2026 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Celine Leonartz und Anna Klüsener (PSG) |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 07.10.2026, 13:17 |
A8: Nutzung von KI im rdp
Antragssteller*innen
Celine Leonartz und Anna Klüsener (PSG)
Wortlaut des Antrages
Künstliche Intelligenz (KI) kann die Arbeit in den verschiedensten Bereichen
vereinfachen, gleichzeitig birgt KI auch eine potenzielle Gefahr für
Nutzer*innen. Der Einsatz von KI verbraucht bei der Nutzung eine große Menge an
Energie und Wasser, wodurch ökologische Risiken und Umweltbelastungen in Kauf
genommen werden. Problematisch sind zudem die oft intransparenten Algorithmen,
die bestehende Vorurteile, Stereotypen und Klischees reproduzieren und damit
Diskriminierung verstärken können. Deepfakes und weitere diskriminierende und
manipulierende Inhalte stehen in einem klaren Widerspruch zu unseren
pfadfinderischen Werten. Kritisch betrachten wir zudem die Datenverarbeitung,
bei der KI-generierte Informationen oft unkontrolliert in das Netz fließen.
Dabei haben solche Inhalte oftmals keine KI-Labels, wodurch die Herkunft und die
Glaubwürdigkeit nicht immer nachvollziehbar sind. Besonders bei der Bild- und
Tongenerierung sehen wir eine Gefahr: KIModelle basieren auf Werken von
Künstler*innen, die ohne deren Zustimmung entnommen werden. Dies schadet den
Menschen, die in solch einer Branche arbeiten, bei denen es um die Erstellung
kreativer Arbeiten geht. KI ist kein kreatives Bild- und Tonerstellungstool, was
Neues schafft, sondern eine Wieder- und Neuverwendung von schon dagewesenem, was
oft mit Diebstahl geistigen Eigentums in Zusammenhangt steht. Wir wollen unseren
Umgang mit KI nach dem Prinzip „AI-Assisted” ausrichten. Das bedeutet, dass KI
zur Unterstützung und zum Assistieren genutzt werden kann, aber nicht zum
alleinigen Generieren von Inhalten. Menschliches Denken, Entscheiden und
Gestalten soll nicht ersetzt werden. Darunter fallen:
- die Erstellung von Gruppenstundenmethoden und das Erfragen von Impulsen,
Strukturen und ersten Ideen
• die Unterstützung zum zeitoptimierten Arbeiten bei besonders stupiden Arbeiten
oder welchen, die sonst viel Zeit beanspruchen würden. Als rdp sprechen wir uns
jedoch dagegen aus, für die eigenständige Erstellung von Schreibstücken oder
Generierung von Bildern und Grafiken auf Bundesebene künstliche Intelligenz zu
nutzen. Kreative und inhaltliche Entscheidungen sollen weiterhin von Menschen
getroffen und verantwortet werden. Zudem ist es verboten, sensible oder
personenbezogene Daten unserer Mitglieder an die KI weiterzugeben. Das schließt
Bild und Videomaterial ein. Zuletzt wollen wir transparent machen, wenn
offizielle Stücke mit Unterstützung von KI erstellt worden sind. Aufgrund der
oben beschriebenen Gefahren wie Datenschutz, Urheberrecht, Umweltbelastung und
Desinformation soll bewusst mit KI-Tools umgegangen werden. Deshalb gilt: Die
Nutzung von künstlicher Intelligenz auf Bundesebene soll mit Verantwortung,
Transparenz und kritischer Reflexion sinnvoll eingesetzt und genutzt werden.
Begründung
In der PSG haben wir uns mit dem Thema künstliche Intelligenz auseinandergesetzt und auf unserer letzten BV einen Beschluss dazu gefasst. KI begegnet uns mittlerweile in vielen Lebensbereichen und auch in der Verbandsarbeit. Dies regte eine Diskussion über die Chancen, Risiken und auch Herausforderungen, die KI-Tools bieten, an. Unser Anliegen ist es, dass der Umgang mit KI in der Verbandsarbeit verantwortungsvoll gehandhabt wird. Somit wollen wir dazu einen Beschluss fassen. Der Beschluss soll Orientierung geben und Transparenz schaffen.