A19: Digitale Teilhabe junger Menschen sichern – gegen pauschale Social-Media-Verbote
| Veranstaltung: | Bundesversammlung 2026 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Bundesleitung |
| Status: | Modifiziert |
| Eingereicht: | 11.06.2026, 14:41 |
| Antragshistorie: | Version 1(11.06.2026) |
| Veranstaltung: | Bundesversammlung 2026 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | Bundesleitung |
| Status: | Modifiziert |
| Eingereicht: | 11.06.2026, 14:41 |
| Antragshistorie: | Version 1(11.06.2026) Version 1 |
Bundesleitung
Wir als Pfadfinderinnenschaft St. Georg setzen uns für einen wirksamen Kinder-
und Jugendschutz im digitalen Raum ein. Soziale Medien sind längst Teil der
Lebensrealität junger Menschen. Sie sind Orte der Information, der Begegnung,
der politischen Meinungsbildung, der gesellschaftlichen Teilhabe und Räume des
demokratischen Aushandelns. Gerade deshalb braucht es einen verantwortungsvollen
Umgang mit digitalen Plattformen, der Schutz, Selbstbestimmung und Beteiligung
gleichermaßen in den Blick nimmt.
Wir als Pfadfinderinnenschaft St. Georg setzen uns für einen wirksamen Kinder- und Jugendschutz im digitalen Raum und das Recht auf digitale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen ein. Soziale Medien sind längst Teil der Lebensrealität junger Menschen. Sie sind Orte der Information, der Begegnung, der politischen Meinungsbildung, der gesellschaftlichen Teilhabe und Räume des demokratischen Aushandelns. Gerade deshalb braucht es einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Plattformen, der Schutz, Selbstbestimmung und Beteiligung gleichermaßen in den Blick nimmt.
Gleichzeitig sind digitale Räume strukturell von kommerziellen Interessen,
algorithmischer Steuerung und asymmetrischen Machtverhältnissen geprägt. Umso
wichtiger sind klare politische Rahmenbedingungen, welche die Rechte junger
Menschen wirksam schützen und absichern.
Pauschale Social-Media-Verbote lehnen wir entschieden ab. Sie lösen die
bestehenden Probleme digitaler Räume nicht, sondern verlagern sie häufig in
weniger regulierte und schwerer kontrollierbare Bereiche. Zudem würden sie junge
Menschen von zentralen Orten der digitalen Öffentlichkeit ausschließen, obwohl
digitale Teilhabe ein wesentlicher Bestandteil ihrer Rechte auf Information,
Meinungsäußerung, Bildung und Mitbestimmung ist. Ein Verbot schließt junge
Menschen von gesellschaftlicher Teilhabe aus, anstatt die Ursachen digitaler
Risiken wirksam zu bekämpfen. Statt pauschaler Verbote braucht es differenzierte
Regelungen, die konkrete Risiken und Gefährdungslagen gezielt adressieren.
Für uns als PSG gilt: Jugendschutz heißt, Räume sicher zu machen, nicht junge
Menschen aus ihnen auszuschließen. Wirksamer Jugendschutz reduziert strukturelle
Risiken und etabliert verbindliche Schutzmechanismen, statt Verantwortung auf
individuelle Nutzungsentscheidungen zu verlagern.
Die Rechte von Kindern und Jugendlichen müssen uneingeschränkt gelten und das
auch im digitalen Raum. Grundlage dafür ist die UN-Kinderrechtskonvention. Dazu
gehören das Recht auf Schutz vor Gewalt ebenso wie die Rechte auf Privatsphäre,
Information, Selbstverwirklichung, Beteiligung und freie Meinungsäußerung. Dazu
zählt ausdrücklich auch der Schutz vor sexualisierter Gewalt im digitalen Raum,
einschließlich Cybergrooming, nicht-einvernehmlicher Verbreitung intimer Inhalte
und digitaler Ausbeutung.
Die Rechte von Kindern und Jugendlichen müssen uneingeschränkt gelten und das auch im digitalen Raum. Grundlage dafür ist die UN-Kinderrechtskonvention. Dazu gehören das Recht auf Schutz vor Gewalt ebenso wie die Rechte auf Privatsphäre, Information, Selbstverwirklichung, Beteiligung und freie Meinungsäußerung. Dazu zählt ausdrücklich auch der Schutz vor sexualisierter Gewalt im digitalen Raum, einschließlich Cybergrooming, nicht-einvernehmlicher Verbreitung intimer Inhalte und digitaler Ausbeutung.
Besonders Mädchen und junge Frauen sowie inter, nicht-binäre, trans* und agender Personen sind häufig von digitaler Gewalt betroffen und ziehen sich aus dem Grund aus digitalen Räumen zurück. [3]
[3] BDKJ: Frauen*hass im Netz ist real - Gewalt gegen Frauen* endlich beenden
Digitale Räume sind für junge Menschen wichtige soziale und politische Orte. Sie
ermöglichen Austausch, Unterstützung, Sichtbarkeit und demokratische Teilhabe.
Ziel muss die gleichzeitige Gewährleistung von Schutz-, Förder- und
Beteiligungsrechten sein, wie sie auch im General Comment Nr. 25 zur UN-
Kinderrechtskonvention für digitale Umgebungen konkretisiert werden.
Junge Menschen müssen an politischen Debatten, Regulierungen und Entscheidungen
beteiligt werden, die ihre digitalen Lebenswelten betreffen. Ihre Perspektiven
und Erfahrungen sind unverzichtbar für wirksame und gerechte Lösungen.
Die Verantwortung für sichere digitale Räume darf nicht auf junge Menschen
allein übertragen werden. Plattformen und Anbieter digitaler Dienste müssen
verpflichtet werden, Schutz systematisch in ihre Angebote zu integrieren.
Sicherheit und Datenschutz müssen Vorrang vor kommerziellen Interessen haben.
Besonders risikoreiche Empfehlungssysteme brauchen eine unabhängige öffentliche
Aufsicht.
Auch Maßnahmen wie Altersverifikation dürfen nicht als einfache Lösung
dargestellt werden. Sie können erhebliche Risiken für Datenschutz und
Privatsphäre mit sich bringen, etwa durch die Verarbeitung sensibler
personenbezogener Daten. Gleichzeitig können sie anonyme und geschützte digitale
Freiräume einschränken, die für junge Menschen wichtig sind, um sich sicher
auszutauschen und Unterstützung zu suchen. Stattdessen sollten datensparsame,
altersangemessene Designlösungen und risikominimierende Standardeinstellungen
priorisiert werden.
Wirksamer Jugendschutz braucht umfassende Medienbildung. Junge Menschen müssen
befähigt werden, Risiken zu erkennen, Informationen kritisch zu bewerten,
Grenzen zu setzen und Unterstützung zu finden.
Medienkompetenz ist keine ergänzende Maßnahme, sondern zentraler Bestandteil
eines wirksamen Kinder- und Jugendschutzes. Sie kann strukturelle
Schutzmaßnahmen jedoch nicht ersetzen, sondern muss gemeinsam mit gesetzlichen
Regelungen und verbindlichen Schutzstandards gedacht werden.
Digitale Infrastruktur darf sich nicht ausschließlich an Profitinteressen
orientieren. Die PSG setzt sich für freie, dezentrale und gemeinwohlorientierte
soziale Netzwerke ein, die Transparenz, Datenschutz, demokratische
Öffentlichkeit und Inklusion stärken.
Öffentliche Stellen sowie Akteur*innen der Kinder- und Jugendarbeit sollen auch
in solchen digitalen Räumen sichtbar, erreichbar und ansprechbar sein. Junge
Menschen brauchen sichere digitale Orte, die Beteiligung ermöglichen und
Vielfalt schützen.
Digitale Räume können Belastungen verstärken. Hass, Desinformation,
diskriminierende Inhalte und suchtfördernde Plattformdesigns wirken sich auf das
Wohlbefinden junger Menschen aus. Deshalb braucht es mehr Forschung zu
psychischen Folgen digitaler Nutzung sowie zu besonders Langzeitfolgen von
Plattformmechanismen und Inhalten.
Gleichzeitig können digitale Räume auch Schutz, Information und Zugang zu
Unterstützung bieten. Gerade für junge Menschen in belastenden Lebenssituationen
sind sie oft wichtige Orte des Austauschs und der Hilfe. Diese positiven
Potenziale müssen gesichert und gestärkt werden.
Gleichzeitig können digitale Räume auch Schutz, Information und Zugang zu Unterstützung bieten. Gerade für junge Menschen in belastenden Lebenssituationen und Menschen, die aufgrund von Geschlecht, sozialer Herkunft, Behinderung, Sexualität oder anderen diskriminierenden Zuschreibungen sind sie oft wichtige Orte des Austauschs und der Hilfe und wirken unterstützend in der Identitätsbildung. Diese positiven Potenziale müssen gesichert und gestärkt werden.
Gleichzeitig können digitale Räume auch Schutz, Information und Zugang zu Unterstützung bieten. Gerade für junge Menschen in belastenden Lebenssituationen und Menschen, die aufgrund von Geschlecht, sozialer Herkunft, Behinderung, Sexualität oder anderen diskriminierenden Zuschreibungen benachteiligt sind, sind sie oft wichtige Orte des Austauschs und der Hilfe und wirken unterstützend in der Identitätsbildung. Diese positiven Potenziale müssen gesichert und gestärkt werden.
Gleichzeitig können digitale Räume auch Schutz, Information und Zugang zu Unterstützung bieten. Gerade für junge Menschen in belastenden Lebenssituationen und Menschen, die aufgrund von Geschlecht, sozialer Herkunft, Behinderung, Sexualität oder anderen diskriminierenden Zuschreibungen benachteiligt werden, sind siedigitale Räume oft wichtige Orte des Austauschs und der Hilfe und wirken unterstützend in der Identitätsbildung. Diese positiven Potenziale müssen gesichert und gestärkt werden.
Jugendschutz bedeutet für uns, digitale Räume gemeinsam sicher, gerecht und
zugänglich zu gestalten, damit junge Menschen sich frei, geschützt und
selbstbestimmt entfalten können.
Ein Social Media Verbot für Kinder- und Jugendliche ist in den letzten Wochen und Monaten ein politisch viel Diskutiertes Thema. Der BDKJ hat bei seiner letzten Hauptversammlung eine Positionierung hierzu erarbeitet und auch der DBJR setzt sich mit diesem Thema auseinander. Als Bundesleitung war uns daher wichtig, dass wir uns als PSG hierzu ebenfalls verhalten, da die Inhalte der Debatte klare Folgen für die Kinder- und Jugendlichen in unseren Gruppen haben könnte.
Die PSG spricht sich gegen ein pauschales Social-Media-Verbot aus. Wir fordern
sichere, faire und jugendgerechte Plattformen statt Ausschluss. Schutz- und
Teilhaberechte dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Kim Geffroy (DV Aachen):